Mit der Aktion "Ich bin Bib(liotheks)fit - der
Bibliotheksführerschein für Kindergartenkinder" erhalten die
Bibliotheksteams Materialien und ein Planungskonzept, mit denen es in
einheitlicher Qualität möglich ist, Kindergartenkinder den Umgang mit
Büchern und Bibliotheken vertraut zu machen. Im Vordergrund stehen die Freude am Lesen und das spielerische
Kennenlernen der örtlichen Bibliothek. Zu den Stichworten "Erzählen und
Wissen", "Vorlesen, Zuhören, Ausmalen", "Aussuchen und Ausleihen" und
"Was gibt es, wo finde ich es?" werden die Kindergartengruppen in vier
Veranstaltungen aktiv und altersgerecht an Inhalte und Benutzung einer
Bücherei herangeführt.
Kinder sollen erfahren, dass Lesen Spaß macht und dass Büchereien
vielfältige Angebote für Wissen und Vergnügen bereithalten. Eltern
sollen erfahren, die vielfältigen Angebote ihrer Bücherei
gewinnbringend für die Familie nutzen zu können. Erzieherinnen und
Erzieher werden aktiv in ihren Bemühungen unterstützt, das Lesen zu
fördern und kindgerechte Wissensvermittlung mit Medien zu betreiben.
Als krönenden Abschluss erhalten die Kinder ihren
"Bibliotheksführerschein".
Im zweiten Jahr in Folge haben die 'Maxis' , also die
Vorschulkinder des Kindergartens, im Rahmen von BibFit - einer Aktion der katholischen öffentlichen Büchereien - die Bücherei St. Laurentius
in Moselweiß näher kennengelernt.
Sie haben bei vier Besuchen erfahren, dass
die Bücherei vielfältige Angebote hat, dass sie ein interessanter
Aufenthaltsort ist und dass der Umgang mit Büchern Spaß macht. Wenn die
Kinder im Sommer 2008 eingeschult werden, wissen sie also
bereits wo und wie sie sich mit Lektüre versorgen können. Zum Abschluss
der vierten Besuches erhielten sie einen 'Bibliotheksführerschein', der
ihnen bestätigt, dass sie sich in der Bücherei auskennen
und sie selbständig nutzen können. Zusätzlich bekamen sie einen kleinen
Rucksack für den Transport der Bücher.
Büchereien im
Bistum gehen mit der Zeit – Aktuelle Medien begeistern vor allem die
Jugend – EDV erleichtert die Verwaltung
Von Christine Vary
Paulinus - 44/2007
Pieps“ macht es,
wie an der Kasse im Supermarkt. Aber, was Gaby Luy zum Registrieren an den
Scanner hält, sind keine Lebensmittel. Hier gibt es Nahrung für Geist
und Seele, Stärkungsmittel für die Phantasie, Nachschub für eine der
schönsten Freizeitbeschäftigungen: neuen Lesestoff. In der Katholischen
Öffentlichen Bücherei von St. Laurentius in Koblenz-Moselweiß floriert
das Geschäft.
„Momentan sind über
500 Medien außer Haus“, erzählt Gaby Luy vom ehrenamtlichen
Leitungsteam. In den Herbstferien ist die Nachfrage besonders groß. Die
Kundschaft in einer der ältesten öffentlichen Büchereien im Bistum ist
jung. Kindergartenkinder, Schülerinnen und Schüler, Jugendliche und
junge Erwachsene machen das Gros der Stammgäste aus.
Heute wird es wieder besonders turbulent werden in der Bücherei vis à
vis der Pfarrkirche, denn es ist Vorlesenachmittag. Die Kinder stürmen
ihre Ecke. Dann wird es mucks-mäuschenstill. Gebannt lauschen die Mädchen
und Jungen ihrer Vorleserin. Barbara Reiff entführt sie in die Welt der
Bilderbücher. Diese Mal verfolgen sie neue Abenteuer des Bären Dr.
Brumm.
Kinder lieben besonders das Vorlesen Kinder lieben es, vorgelesen zu bekommen. Es ist etwas
Besonderes“, weiß die für den Kreis der Vorleserinnen federführende
Barbara Reiff. Selbst eine „begeisterte Schmökerin“ nutzt sie die Bücherei
von St. Laurentius zusammen mit ihrer Tochter schon seit Jahren. Seit
einem Jahr ist die gelernte Industriekauffrau hier ehrenamtlich für die
Kinder des Stadtteils aktiv. Mittwochs von 15 bis 16 Uhr ist die Zeit der
kleinsten Büchereinutzer. Ihre Stunde ist sehr lebendig. Sie dürfen
mittun, fragen, erzählen, in den Bilderbücherkisten stöbern, spielen,
singen. Nach etwa einer Viertelstunde Vorlesen wird gebastelt. „Die
Eltern holen immer fröhliche Kinder ab“, sagt Barbara Reiff.
Die Bücherei ist Treffpunkt – nicht nur für die Kinder. Sie ist ein
Ort der Kommunikation. Da hält man gerne mal ein Schwätzchen, tauscht
die neuesten Nachrichten aus, erfährt voneinander. Die soziale Funktion
der Einrichtung ist nicht zu unterschätzen. „Einen
Leistungsträger für unsere Kultur“ nannte der Koblenzer Oberbürgermeister
Dr. Eberhard Schulte-Wissermann die Bücherei von St. Laurentius, als er
2005 zum 150-jährigen Bestehen gratulierte. Neben dem Bistum und der
Pfarrei gehört auch die Stadt zu den Förderern der Einrichtung, schließlich
ist die katholische Bücherei gleichzeitig auch die öffentliche Bücherei
des Stadtteils. Durch sie kann hier auf den Bücherbus verzichtet werden.
„Wir haben zwar eine lange Tradition, sind aber alles andere als
verstaubt“, unterstreicht Gaby Luy selbstbewusst. Die Bücherei geht mit
der Zeit. Im Bestand auf einem stets sehr aktuellen Level und in der
Verwaltung mit allen Erleichterungen der neuen Technik ausgestattet.
„Kollege“ Computer ist seit 2001 ein unverzichtbarer Mitarbeiter.
Hilfreich und pflegeleicht, wie alle berichten, die mit ihm arbeiten.
„Kollege“ Computer ist kein Problem
„Auch ältere Damen, die zuvor noch nie Berührung mit einem
Computer hatten, kommen mit dem Programm zurecht“, erzählt Brigitte
Weber vom Leitungsteam. Eigentlich brauche man nur vier Tasten zu kennen:
F 4 für „Leser wählen“, F 5 für „neu eintragen“, F 6 für
„austragen“, F 7 für „verlängern“. Zur Not hilft ein Spickzettel
oder eine der ehrenamtlichen Kolleginnen, denn die Büchereimitarbeiterinnen
sind immer zu zweit im Dienst.
Die Vorteile der neuen Technik sind enorm. „Wir haben jetzt mehr Zeit für
andere Tätigkeiten und Aktionen“, schwärmt Gaby Luy. Sie hat sich
besonders tief in die Materie eingearbeitet und ist inzwischen Referentin
der Büchereifachstelle Trier für das Bibliothekssystem BVS. In dieser
Eigenschaft „wandert“ sie als Multiplikatorin durchs Bistum, berät,
schult und begleitet andere Büchereien bei der Einführung der
elektronischen Datenverarbeitung.
In Moselweiß dauerte die Einführung etwa ein halbes Jahr. Während
dieser Übergangsphase wurden alle Medien elektronisch erfasst, die
elektronischen Leserausweise im Scheckkartenformat mit Barcode
ausgestellt, die Mitarbeiterinnen durch das Bistum und den
Softwarehersteller geschult. Heute möchten die Mitarbeiterinnen die
Datenverarbeitung nicht mehr missen. Selbst für jene, die der Sache zunächst
skeptisch und zurückhaltend gegenüberstanden, hat sich der Umgang mit
dem Computer nicht als Schreckgespenst, sondern als ein Kinderspiel
entpuppt.
Jetzt gibt es keine überflüssigen Diskussionen mehr, ob ein Buch bereits
zurückgebracht wurde, keine Missverständnisse, Datumsirrtümer.
Ungleichbehandlungen sind ausgeschlossen. Automatisch spuckt der Computer
im Tageslauf die Verfallsfristen aus, liefert die Mahnungen gleich mit,
bucht Verlängerungen. Er unterstützt die Mitarbeiterinnen bei Inventur,
Bestandspflege, Medienerwerb und Katalogisierung. Die Anbindung an das
Internet wird vor allem von den jungen Nutzern begrüßt. Sie verlängern
ihre Ausleihen heute per E-Mail. Das spart das Telefonieren oder den Gang
zur Bücherei. Auch wenn man sich im Bestand der Bücherei umschauen möchte,
braucht man sich dank Internet heute nicht mehr vor Ort zu begeben. Alle
rund 5000 Medien von St. Laurentius sind im Netz abrufbar. Klar, dass die
katholische Bücherei von Moselweiß auch eine eigene
Homepage (
www.koeb-moselweiss.de) hat. „Das ist heute ein
Muss“, sagt Gaby Luy, die zuständig ist für die Internetseite. Sie
betont: „Die EDV sollte als sinnvolle Ergänzung, als moderner Ausbau
der bisherigen Büchereiarbeit gesehen werden. Es ist unerlässlich, sich
als Bücherei damit auseinanderzusetzen und sie zu beherrschen“.
Mitarbeiterinnen selbst eifrige Leserinnen
Nicht ersetzen aber kann der Computer die persönliche Beratung. Die Büchereimitarbeiterinnen
kennen sich, zumal allesamt eifrige Leserinnen, bestens aus. Sie geben
Empfehlungen, auf die sich die Eltern verlassen können. Brigitte Weber
hat da so ihre Tricks, wenn ein begehrtes Buch zum Beispiel noch nicht dem
Alter des kleinen Lesers entspricht. „Guck mal: so dick ist das, und
ganz kleine Schrift und überhaupt keine Bilder“, lenkt sie das
Interesse etwa von Harry Potter geschickt auf die kindgerechtere Hexe
Lilly und deren tolle Zauberkunststücke.
„Wir orientieren uns an den Interessen unserer Leser“, berichten die
Damen vom Leitungsteam. Zurzeit ist leichtere Literatur für junge Frauen
gefragt. Da lächelt dann auch Susanne Fröhlich aus den Regalen. Nach
Genre aufgeteilt ist die Auswahl groß im umfangreichen Gesamtangebot von
Romanen, Krimis, Erzählungen, Biografien, Sachbüchern, Kinder- und
Jugendbüchern. Spiele, Filme auf DVD und VHS-Video, Musikkassetten und
CDs, Hörbücher, englischsprachige Literatur und Lernhilfen komplettieren
die Angebotspalette.
Der Buchherbst wartet mit zahlreichen Neuerwerbungen auf. Monika Holzer präsentiert
die soeben frisch eingetroffenen Bilderbücher. „Schöne Sachen“, ist
sie selbst ganz vernarrt in die Neuerwerbungen. Monika Holzer arbeitet
seit 18 Jahren ehrenamtlich in der Bücherei mit. „Ich kann keinen Tag
ohne Buch sein“, sagt die berufstätige Frau. Sie wurde ebenso wie
Ursula Rosenthal durch Christine Kersting, der langjährigen
Hauptverantwortlichen für die Bücherei und nach wie vor Mitglied im
Leitungsteam, für diese Tätigkeit nach Dienstschluss gewonnen.
Kinder zum Lesen bringen ist Hauptziel
Neben dem „Alltagsgeschäft“ gab es in der Bücherei in diesem
Jahr etliche besondere Aktionen: Bibliotheksführerscheine für
Kindergartenkinder, drei Veranstaltungen für Kinder mit dem afrikanischen
Autor Ibo, Vorlesenachmittag zum 100. Geburtstag von Astrid Lindgren,
Vorlesetag der Stiftung Lesen, Lesung Theodor Storm mit dem
Burgschauspieler Hermann Bruck.
Kinder an das Lesen heranführen, ihnen gute Bücher an die Hand geben und
eine bereichernde Freizeitbeschäftigung zu ermöglichen, ist das
Hauptanliegen der Verantwortlichen der Bücherei von St. Laurentius. Sie
steht stellvertretend für die 220 Katholischen öffentlichen Büchereien
im Bistum mit ihren rund 1250 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die im
vergangenen Jahr an über 54 000 Leser 705 000 Medien ausliehen.
Die Büchereien arbeiten mit dem Borromäusverein zusammen. Am
Borromäussonntag,
dem Sonntag nach dem Fest des heiligen Karl Borromäus (4. November), wird
auf die Tätigkeit der Katholischen Öffentlichen Büchereien und des
Borromäusvereins besonders aufmerksam gemacht.
In Moselweiß wird vom 16. bis 19. November wieder die traditionelle
Weihnachtsausstellung stattfinden, mit der die Bücherei Empfehlungen und
Geschenktipps gibt. Jedermann kann sich hier über neue Bücher, Spiele,
CDs und sonstige Medien informieren sowie bei Kaffee und Kuchen die Arbeit
der Ehrenamtlichen unterstützen.
Im Rahmen des ersten Tages der Weihnachts-Ausstellung
2007 fanden zwei Vorlesestunden mit Überraschungs-Vorlesern statt.
Die
anwesenden Kinder haben eine sehr schöne Lesestunde mit Bernd Berenz bzw.
Alexander Wolff verbracht. Wir bedanken uns auf diesem Wege nochmals bei
unseren Vorlesern recht herzlich für die "geopferte"
Zeit.
Mit 42 kleinen Lindgren-Fans feierte die Katholische
öffentliche Bücherei St. Laurentius in Ko.-Moselweiß am 26. September
das "Astrid- Lindgren-Jahr" mit einer Vorlese- und
Mitmach-Aktion für Kindergarten- und Grundschulkinder.
Die kleinen Lesefreunde hörten
begeistert vom Leben der Astrid Anna Emilia Ericsson, die am 14. November
1907 in Näs bei Vimmerby in Småland das Licht der Welt erblickt hat und
spitzten die Ohren beim Vorlesen des Buches Kindertag in Büllerbu bzw.
Pippi Langstrumpf.
Auch stöberten sie auf dem
eigens zusammengestellten Büchertisch mit den vielen Geschichten der
Kinderbuchautorin aus Schweden und hatten
ihre Freude an auf Astrid Lindgren Bücher basierenden Spielen. Eine schöne Erinnerung an
diesen Nachmittag werden sie jedes Mal haben, wenn sie das selbst
gebastelte Lesezeichen in den Händen halten. Für Astrid Lindgren war
ihre Kindheit der Schatz, aus dem sie ihre Geschichten und
Figuren wie Pippi Langstrumpf, Kalle Blomquist, Michel aus Lönneberga,
Karlsson vom Dach und viele andere schöpfte. Sie war davon überzeugt,
dass eine liebe- und respektvolle Erziehung der Schlüssel für eine
gewaltfreie Gesellschaft ist. Diese Überzeugung macht auch die unveränderte
Aktualität ihrer Kinderbücher aus.
Rhein-Zeitung vom 9. Oktober 2007
Unter dem Motto „Lesespaß aus der Bücherei“
beteiligte sich die KöB St. Laurentius und rund 160 Bibliotheken aus
Rheinland-Pfalz zum fünften Mal an
der Aktion „Schultüte“.
Dabei erhält jedes Kind zur
Einschulung eine eigene kleine Schultüte mit einem Gutschein für einen
kostenlosen Leseausweis zur Nutzung der Bücherei. Die Büchereien wollen
damit symbolisieren, dass das Lesen und die Büchereibenutzung von Anfang
an zur "Grundausstattung" für jeden Schüler und jede Schülerin
gehören.
Für die Aktion hat der
bekannte Kinderbuchautor Paul Maar eigens für die Bibliotheken in
Rheinland-Pfalz ein „Bücherei-Sams“ gezeichnet, das die Kinder auf
die Angebote der örtlichen Bücherei neugierig machen soll. In der Tüte gibt es neben dem
Gutschein und einem Stundenplan einen Begleitbrief für die Eltern, in dem für das Lesen und
die Büchereibenutzung geworben wird.
Leseerziehung will mehr vermitteln, als nur das Erkennen von
Buchstaben und Wörtern. Vielmehr geht es darum, dass Kinder den Umgang
mit Büchern von Anfang an als etwas Wertvolles erleben – und dass sie
erfahren, wie spannend, lustig und befriedigend das Lesen sein kann. Die Bücherei
sieht sich als Lese-Partner für alle Kinder und hofft mit dieser Aktion
viele Erstklässler als neue Leserinnen und Leser zu gewinnen.
Die Aktion Schultüte wird vom Land Rheinland-Pfalz im Rahmen
der Landesinitiative „Leselust in Rheinland-Pfalz“ gefördert und vom
Landesbibliothekszentrum in Zusammenarbeit mit den Büchereistellen in
Rheinland-Pfalz koordiniert. Weitere Informationen gibt es im Internet
unter http://www.lbz-rlp.de/
Am 22. März 2007 fanden
mit Unterstützung des Fördervereins der Grundschule, des Kindergarten-Fördervereins
und dem Pädagogischen Zentrum drei Veranstaltungen mit dem afrikanischen
Künstler Ibrahima Ndiaye Ibo in der Grundschule Moselweiß und in der Bücherei
für die Maxis des Kindergartens statt.
Die Bücherei als
Veranstalter freut sich sehr, dass es auf diesem Wege möglich war, im
Rahmen von drei Lesungen mit rhythmisch-musikalischer Untermalung, den
Kindern die afrikanische Kultur näher zu bringen und erlebbar zu
machen.
Ibrahima Ndiaye Ibo,
* 1963, studierte Germanistik, Romanistik und Anglistik in Dakar (Senegal)
und in Saarbrücken. Er lebt seit 1987 in Deutschland. Verschiedene Tätigkeiten
und Aktivitäten, u. a. beim SR, Kulturamt der Stadt Saarbrücken, BARIS,
RAMESCH und Theaterpädagogischen Zentrum. Musiker und Tänzer bei KOMPU,
der ersten afrikanischen Musikgruppe im Saarland und Gründer der deutsch-
afrikanischen Musik- und Tanzgruppe DUNDUMBA.
IBO,
inzwischen Vater eines Sohnes (9 J.) lebt heute in Saarbrücken.
Rhein-Zeitung vom 26. März 2007
Im
Rahmen unserer alljährlichen Weihnachtsbuchausstellung haben wir an dem
zum dritten Mal von der "Stiftung Lesen", "DIE ZEIT"
und ihren Kooperationspartnern initiierten bundesweiten Vorlesetag
"Große für Kleine" am 17. November 2006 teilgenommen. Während die
Eltern sich in aller Ruhe die Ausstellung anschauen konnten, wurde den Vor-
und Grundschulkindern um 15 Uhr von unserem Gemeindereferenten Ralf
Schneider-Eichhorn aus "Jeremy James" vorgelesen und um 16
Uhr konnte unser Büchereiteam-Mitglied Brigitte Weber zahlreiche
Kinder mit ihrer Vorlesung der "Königin Gisela" begeistern und zum Lachen bringen. Unter
dem Motto
„Wir lesen vor – überall & jederzeit“ haben an diesem Tag
wieder zahlreiche Prominente, Politiker, ältere Schüler und
Lesebegeisterte jeden Alters unter der Schirmherrschaft von Elke
Heidenreich bundesweit Kindern vorgelesen. Viele reden und schreiben
über die Bedeutung des Lesens. Und
dies darf nicht nachlassen! Denn während das Lesen und auch das Vorlesen
fast ein kleines Medien-Modethema geworden ist, fehlt weiter die
nachhaltige Umsetzung vor Ort. Denn bei allen lauten Aktionen bleibt
weiterhin die gesicherte Erkenntnis: Die Zahl der Eltern, die für ihre
Kinder eine lesefreundliche Umgebung einrichten (können), nimmt nicht
wirklich zu. Dabei wissen viele: Nur wer in jungen Jahren einen Zugang zum
Lesen gefunden hat bleibt dran. So sind die Impulse und Angebote von außen
wichtig. Weitere
Infos
zum Vorlesetag unter: www.wirlesenvor.de
Am 6. Juli 2006 fand eine Aufführung „Die Bremer Stadtmusikanten
– frei nach Geb. Grimm“ des FigurenTheaters M. Künster für
Menschen ab 4 Jahre im Pfarrheim statt.
Das FigurenTheater Manfred Künster aus Polch macht
seit ca. 15 Jahren professionelles Theater. Schwerpunkt ist das Theater
für Kinder und Jugendliche.
Nach dem Studium besuchte Manfred Künster die
Schauspielschule von Ingmar Lindh in Italien. Durch Kontakte mit
Absolventen der Hochschule für Musik, Abteilung Figurenspiel aus
Stuttgart entwickelte Manfred Künster ein ganz eigenes Profil:
"Meine Theaterstücke sind speziell für die angegebenen
Altersstufen dramatisiert und erarbeitet, sind eine spannende und
lebendige Mischung aus Figuren- und Schauspieltheater und entstehen in
Zusammenarbeit mit professionellen Regisseuren, Figurenbauern und
Musikern."
Die Phantasie angeregt
Katholische Öffentliche Bücherei St. Laurentius in Koblenz-Moselweiß
feierte ihr 150-jähriges Bestehen
Von Christine Vary
Bücher faszinieren viele Menschen. Dafür, dass sie auch ständig
neuen, interessanten Lesestoff bekommen, sorgt seit 150 Jahren die
Katholische Öffentliche Bücherei St. Laurentius in Koblenz-Moselweiß.
Sie ist eine der ältesten der über 300 Büchereien im Bistum Trier.
Ein Zufall ließ die Moselweißer auf das besondere Jubiläum stoßen.
Christine Kersting, nun schon im 20. Jahr ehrenamtliche Leiterin der
Medienausleihe, saß im Zug und hatte Zeit zum Lesen der Mitteilungen des
Borromäus- Zentralvereins. Anhand von Mitgliederlisten könne man das
Alter der einzelnen Bibliotheken ersehen, erfuhr sie aus einer Meldung.
Und siehe da, im Archiv in Bonn fand sich tatsächlich eine solche Liste für
Moselweiß aus dem Jahr 1855. Minutiös ist dort handschriftlich
festgehalten, wer die zehn Thaler Jahresbeitrag entrichtete.
Eine gerahmte Kopie des Dokumentes, das
nur zehn Jahre nach Gründung des Borromäusvereins 1845
niedergeschrieben wurde, wurde bei der 150-Jahr-Feier von den Gästen
interessiert bestaunt. Aus der Auflistung ist nämlich auch die
Entwicklung der Ausleihe zu ersehen. Als nach dem Krieg und der
zwangsweisen Schließung durch die Nazis die Bücherei wieder eröffnet
wurde, war der Lesehunger der Bevölkerung riesig. 1948 verzeichnete
sie 11 222 Ausleihen – ein Spitzenwert, der danach nie mehr
erreicht wurde.
Büchereileiterin Christine Kersting zeigt dem
Koblenzer Oberbürgermeister, hier eingerahmt von den ehrenamtlichen
Mitarbeiterinnen der KöB, eine Kopie der Urkunde, die das Alter der
Bücherei belegt
Heute verfügt die Bücherei über rund 5000 Medien. Neue Medien wie Hörkassetten,
Spiele, CDs, Videos, DVDs machen zwölf Prozent des Gesamtbestandes aus.
Der Schwerpunkt der Ausleihen liegt nach wie vor auf Büchern. Kinderbücher,
Romane, Sachbücher, Krimis, Erziehungsberater führen die Hitliste an.
Die Bücherei ist auf einem sehr aktuellen Stand, denn die Förderung
durch Pfarrei, Bistum, Stadt Koblenz, Sparkasse Koblenz und andere Spender
ermöglicht permanente Neuanschaffungen. Was ausgemustert wird, wird auf
dem jährlichen Weihnachtsbasar verkauft. Außerdem veranstaltet die Bücherei
Ausstellungen, Besuche für Schulklassen und regelmäßige
Literaturveranstaltungen.
„Wir wollen die Kinder ans Lesen heranführen“, sagt Christine
Kersting. Sechs weitere ehrenamtliche Helferinnen unterstützen sie. Neue,
jüngere Mitarbeiter zu finden, ist schwer, weiß die Leiterin. Dabei
machen der Umgang mit Büchern und Menschen und die Arbeit im Team doch
soviel Spaß, findet Gaby Luy, eine der Ehrenamtlichen.
Bücher sind für Entwicklung der Persönlichkeit wichtig
„Literatur hilft uns, unsere Zeit zu verstehen und unserem Leben auf
die Spur zu kommen“, meinte Pfarrer Günther Marmann. „Bücher
vermitteln nicht nur Wissen, sondern sind für die Persönlichkeitsentwicklung
wichtig. Die Medien regen die Phantasie an“, sagte Oberbürgermeister
Dr. Eberhard Schulte-Wissermann, der die Bücherei „einen Leistungsträger
für unsere Kultur“ nannte und zum Jubiläum einen Scheck mitgebracht
hatte. Besonders gefiel ihm die Schultütenaktion der Bücherei, die jedem
ABC-Schützen einen Gutschein für einen Bibliotheksausweis schenkte.
Zum Empfang vor der Lesung mit dem Kammerschauspieler Hermann Burck, der
aus Werken von Schiller zitierte, waren auch Lesekönige eingeladen. So
zum Beispiel Petra Thies, die ihrem Sohn Gabriel (4) schon aus 139 Büchern
aus der Bücherei vorgelesen hat. Für sie zählen auch Kostengründe:
„Man braucht die Bücher nicht zu kaufen.“ Walburga Volk ist seit 38
Stammgast in der Bücherei. Drei bis vier Bücher nimmt sie bei jedem
Besuch mit. Sie findet: „Es ist so familiär hier, man wird gut beraten
und trifft immer Leute, die man kennt.“
Bericht in der Rhein-Zeitung
Die Gründung der Bücherei St. Laurentius in
Koblenz-Moselweiß erfolgte 1855, zehn Jahre nach der des Borromäus
Zentralvereins in Bonn. Zur dieser Zeit leitete Pastor Anton Weber aus Bingen
die Pfarrei St. Laurentius. Dieser war einerseits sehr gebildet – er war
promoviert und übersetzte einige Bände des hl. Chrysostomus ins
Deutsche. Andererseits war er für die Gemeinde sehr aktiv: z. B. erwarb
er Land für den Kirchenanbau und gründete einen Fond für dessen
Finanzierung. Ob Pfarrer Anton Weber an der Gründung des Moselweißer
Borromäusvereins beteiligt war, ist nicht belegt, aber es ist zu
vermuten.
In den ersten Jahrzehnten hatte die Bücherei noch
keinen eigenen Raum; ein solcher wurde nachweislich 1883 eingerichtet, und
zwar in einem Gebäude, das zum Dominikanerkloster gehörte.
Aus kleinen Anfängen wuchs dann die Bücherei
stetig: 1913 gab es einen Bestand von nur 320 Beständen, der sich in den
30er/40er Jahren bei ca. 2.000 Bänden einpendelte. Ab 1934 begannen die
Schikanen der Nationalsozialisten, und die Borromäusbücherei musste 1941
schließen. Die überwiegende Zahl der Mitglieder des Borromäusvereins in
Moselweiß trat jedoch nicht aus, sondern zahlte die ganzen Kriegsjahre
hindurch ihre Mitgliederbeiträge.
Erst nach dem Krieg konnte wieder mit der Ausleihe
begonnen werden. Der Lesehunger in den Nachkriegsjahren war enorm und die
Bücherei erzielte 1947 mit 11.022 Ausleihen im Jahren ihren absoluten
Spitzenwert.
1964
zog dann die Bücherei in das damals neu erbaute Pfarrheim. Ebenfalls 1964
erfolgte die Umbenennung in Katholische Öffentliche Bücherei, um
den Öffentlichkeitscharakter der Bücherei hervorzuheben.
In den letzten 15 Jahren wurden neue Medien wie Hörkassetten,
Spiele, CD-ROMs und Videos/DVDs eingeführt; sie machen 12 % des
Gesamtbestands von 5.000 Medien aus. Der Schwerpunkt liegt also weiterhin
auf dem Büchersektor. Die Einführung des elektronischen
Bibliothekssystems BVS im Jahr 2001 war mit erheblichen Kosten und viel
Zeitaufwand der Mitarbeiter verbunden. Seit einiger Zeit erfolgt die
komplette Bibliotheksverwaltung, wie Medienerfassung, Ausleihe, Mahnungen,
Finanzen sowie Recherche elektronisch. Die Arbeit des Bücherei-Teams ist
dadurch erheblich leichter und auch transparenter geworden.
Neben der Ausleihe dienstags und donnerstags von
15.45 bis 17.45 Uhr bietet die Bücherei jeden Mittwoch von 15.00 bis
16.00 Uhr eine Vorlese- und Kreativstunde für Kinder an; außerdem
veranstaltet sie Buchausstellungen, Bücherbasare, Besuche durch
Schulklassen und Literaturveranstaltungen. Die Bücherei bietet außerdem
den Raum für einen regelmäßigen Literaturkreis. Alle diese Angebote
zielen darauf ab, die Freude am Lesen zu wecken und zu fördern.
Genutzt wird die Bücherei derzeit von 200
eingetragenen Lesern (und ihren Familien) und ist somit ein wichtiger
Bestandteil des Gemeindelebens.
Das heutige Bücherei-Team mit sieben ehrenamtlichen
Mitarbeiterinnen steht am Ende der langen Kette von Menschen, die über
einen Zeitraum von 150 Jahren diese Einrichtung am Leben erhalten haben.
Wenn das kein Grund zum Feiern ist!